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Geschichte

Die Ovelgönner Feuerwehr darf mit Recht als die älteste der dörflichen Wehren in einer weiteren Umgebung der Stadt Buxtehude bezeichnet werden. Sie wurde als Pflichtfeuerwehr im Jahre 1881 gegründet, wie es die Gemeindeakten schriftlich überliefern. Die Frage, was den Ovelgönner Gemeindeausschuss als damalige Regierung des Dorfes veranlasste, die erste Feuerwehr etwa innerhalb des Kirchspiels Elstorf oder im Westteil des Amtes Harburg ins Leben zu rufen - denn Elstorf folgte erst ein Jahr später, 1882, - kann mit gewissem Vorbehalt beantwortet werden.

Wiederholt war es bis dahin in Ovelgönne zu Feuersbrünsten leichteren Ausmaßes, überwiegend aber wohl durch Blitzzündung, gekommen und im Volksmund wurde die Ursache dazu gern der Höhe des Grundwassers oder auch "blitzanziehenden, unterirdisch verlaufenden Wasseradern" angelastet. Vielmehr aber dürfte es reiner Zufall sein, wenn Ovelgönne, was die Zahl der Schadenfeuer betrifft, eine Ausnahme gegenüber anderen Dörfern machte.

Die Männer aber, die sich 1881 zur Gründung einer Pflichtfeuerwehr entschlossen, waren einsichtig genug, gegen mögliche Brände Vorsorge zu treffen. Je ein Mann aus jedem Hause wurde für den Einsatz bei Feuerausbruch verpflichtet, dem Alarm zu folgen, und Peter Holst (1847 - 1911, Haus Nr. 6 "Jürdens") wurde der 1. Feuerwehr-Hauptmann. Ihm ist es sehr wahrscheinlich auch zu danken, wenn es schon im ersten Jahre des Bestehens der Wehr gelang, eine Handdruckspritze zu kaufen, die übrigens bis zum Jahre 1943 genutzt wurde. Auf einem kleinen Schilde war der dokumentarische Nachweis des Alters der Spritze, bzw. das Jahr des Ankaufs durch den Gemeindeausschuss mit 1881 angegeben. Nachfolger von Peter Holst wurde Heinrich Prigge (1852 - 1924 "Jaspers" Nr. 5), dem wiederum Heinrich Holst (1863 - 1913 "Stemmanns" Nr. 3) bis 1911 folgte.

Noch im Gründungsjahr sollte die Wehr die erste Hilfeleistung bringen: Am 16. November 1881 brannten in Daerstorf zwei Wohnhäuser ab. Nur die Buxtehuder Wehr und die Ovelgönner waren zur Stelle.

Der 1. größere Einsatz der Ovelgönner Wehr fand am 30. Mai 1901 statt, als in Wulmstorf innerhalb ganz kurzer Zeit vier Höfe völlig nieder brannten und nachbarschaftliche Hilfe dringend erforderlich wurde. Das Feuer war in der Schule entstanden, die auch vernichtet wurde. Im Jahre 1905 wurde das Wohnhaus auf Jaspers Hof Nr. 5 infolge Blitzschlags eingeäschert, und auf diese Ursache hin traf es 1909 auch die Schafställe auf dem Hempberge.

Am 18. August 1911 wurde der Ort besonders schwer heimgesucht, denn 4 Tage nach dem Buxtehuder Großfeuer wurden die Gehöfte Nr. 4, Baddels Gasthaus und Nr. 1, Jochens Hof, Opfer einer Feuersbrunst, die wahrscheinlich auf Brandstiftung zurückzuführen war. Die Marquardt'sche Abbauerstelle Nr. 21 fiel 1919 einem Feuer zum Opfer. Während der ersten 30 Jahre des Bestehens der Wehr bestand Pflichtteilnahme, wie schon eingangs bemerkt.

Eine große Änderung wurde am 15. November 1911 vollzogen, als die Feuerwehr in eine Freiwillige umgewandelt und Peter Prigge (1863 - 1927 "Priggen" Nr. 2) Kommandeur wurde. Ihn löste der Mühlenbesitzer Wilhelm Hoppe ab, dem Heinrich Tasche jun. Von 1933 - 1941 folgte. Während seiner Zeit wurde die Gründung des Feuerlöschverbandes vollzogen und Ketzendorf eingegliedert. Als Tasche zur Wehrmacht einberufen wurde, trat zunächst Arnold Hauschild, Ketzendorf 7, bis 1946 an seine Stelle, in dessen Wehrführungszeit die Motorspritze TS 800 in Ovelgönne eintraf.

Auf Willi Schütt, der zwischen 1946 und 1954 an der Spitze der Wehr stand, folgte Otto Marquardt, der mit seiner Wehr das 75jährige Jubiläum am 19. August 1956 erlebte, als Otto Peters, Immenbeck, aus Anlass des Ehrentages der Ovelgönner Wehr die Wettkämpfe des Unterkreises 11, Harburg-Land, durchführen lassen konnte, die den Ort in festlicher Stimmung sahen. Otto Marquardt starb im Alter von 56 Jahren am 16. Mai 1968. Das Kommando widmete ihm in dem Nachruf neben dem Dank für seine Dienste das anerkennende Wort: "Die Freiwillige Feuerwehr Ovelgönne- Ketzendorf verlor in ihm nicht nur einen untadeligen Vorgesetzten, sondern auch einen treuen Freund, der sich mit großem Idealismus in den Dienst einer guten Sache stellte." Zum Nachfolger als Gemeindebrandmeister wurde der bisherige stellvertretende Gemeindebrandmeister Walter Kasper in der Sitzung des Rates vom 12. Juli 1968 gewählt. Stellvertreter wurde Jonni Bartels.

Kurz vor der Gebietsreform im Jahre 1972 wurde ein neues Fahrzeug TSF (Ford Transit) als Ersatzbeschaffung für den 16 Jahre alten VW Bus gekauft. 1976 stellte Ortsbrandmeister Kasper bei der Stadt Buxtehude einen Antrag auf Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses am jetzigen Standort Hemberg. Nachdem die Planung vollendet war und der Rat der Stadt die finanziellen Mittel bereitgestellt hatte, konnte im Jahre 1979 mit der Baumaßnahme, die einen Aufenthaltsraum und sanitäre Anlagen beinhaltete, begonnen werden. Bereits nach einem Jahr konnten die neuen Räumlichkeiten mit einer Einweihungsfeier der Bestimmung übergeben werden.

Das 100jährige Jubiläum wurde im Jahr 1981 festlich begangen. Dazu wurden an zwei Tagen Wettkämpfe auf der Weide von Aldag's Gasthof ausgetragen, an dem zahlreiche Gäste und Wehren aus der Umgebung teilnahmen. Im Jahre 1982 wurde Rolf Marquardt zum neuen Ortsbrandmeister gewählt, Stellvertreter wurde Harald Westenberg und ab 1988 dann Ludwig Mojen.

Während der folgenden Jahre konnte eine zunehmende Zahl von Einsätzen, insbesondere technische Hilfeleistungen aber auch Brände registriert werden. Die Zahl der aktiven Mitglieder stieg in den 80er Jahren von 28 Kameraden (1980) auf 42 Kameraden an. Aufgrund der häufigen Einsätze der Ortswehr wurde 1988 ein größeres Fahrzeug (LF 8) beantragt. Nachdem der damalige Kreisbrandmeister T. Dankert und der Stadtbrandmeister Karl-Heinz Jäschke ihre Zustimmung hierzu im Jahre 1990 gaben und der Rat der Stadt Buxtehude die Gelder dafür bereitgestellt hatte, konnte ein LF 8 / 6 bestellt und im August 1992 offiziell in Dienst gestellt werden.

Ortsbrandmeister R. Marquardt tritt am 01. Oktober 1990 das Amt des Stadtbrandmeisters der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Buxtehude an. Seitdem liegt die Führung der Ortsfeuerwehr Ovelgönne/Ketzendorf in den Händen des bisherigen Stellvertreters Ludwig Mojen aus Ketzendorf. Stellvertreter wird Hans-Jürgen Neumann. 


Im Jahr 1991 werden im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Ribnitz-Damgarten die ersten Kontakte mit der Ortswehr Tempel geknüpft. Ludwig Mojen, Rolf Marquardt und einige Kameraden der Ortswehr Buxtehude nehmen an einem zweitägigen Meinungsaustausch in Damgarten teil. Der Wehrführer der Ortsfeuerwehr Tempel ist Helmut Rapp. Gemeinsam werden interessante Informationen ausgetauscht. Der erste Schritt zur Feuerwehrpartnerschaft mit "Tempel" ist damit getan.

Am 09. Oktober 1993 wurde im Stadtgebiet Buxtehude die erste Jugendfeuerwehr gegründet. Die elf Mitglieder kommen aus den Bereichen der Ortswehren Immenbeck und Ovelgönne/Ketzendorf. Die Jugendfeuerwehr nennt sich "Ovelgönne und Umgebung". Jugendfeuerwehrwart ist Horst Brockmann und Stellvertreter Manfred Kraschewski. Im Folgejahr wird ein gebrauchter VW-Bus als Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) beschafft, der für die Jugendfeuerwehr, aber auch als Einsatzfahrzeug genutzt wird. 

Im Jahr 1998 wurde ein erster Antrag an die Stadt Buxtehude gestellt, hinsichtlich einer Erweiterung des Feuerwehrhauses. Nachdem die Stadt Buxtehude im gleichen Jahr noch eine Kostenschätzung vorgenommen hat, stellte sich heraus, dass eine Erweiterung des alten Gebäudes zu aufwendig erschien. Aufgrund dieser Tatsache wurde fortan über ein neues Feuerwehrhaus diskutiert und intern mit den Planungen begonnen. Dank der guten Zusammenarbeit zwischen der Ortsfeuerwehr und dem Bauamt der Stadt Buxtehude konnte ein sinnvoller Grundriss erstellt werden. Die Grundsteinlegung fand statt im Juni 2003. Nachdem im Juli ein zünftiges Richtfest gefeiert werden konnte, wurde das neue Gebäude im Mai 2004 mit vielen Gästen eingeweiht. 
Der Neubau ist gelungen und passt mit seinem modernen Stil in das Ortsbild. Das alte Gebäude wird seitdem von der Jugendfeuerwehr genutzt. 

Im Februar 2003 läuft die Amtszeit von Ludwig Mojen als Ortsbrandmeister aus. Nachfolger wird der bisherige Stellvertreter Hans-Jürgen Neumann. Neuer Stellvertreter ist Manfred Schulzki.