Einsätze 2026

 

In den folgenden Einträgen finden Sie die Berichte zu den Einsätzen der Buxtehuder Ortsfeuerwehren. Weitere topaktuelle Infos finden Sie auch auf unserer Facebookseite ->

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Die älteren Berichte finden Sie unter den jeweiligen Jahreszahlen in der Menüleiste.

 

Datum / Uhrzeit Meldung Eingesetzte Ortsfeuerwehren der Hansestadt Buxtehude

20.01.2026 00:39

Zug I, Zug II, Immenbeck, Hedendorf

Großeinsatz auf Baumarktdach - logistische Herausforderung

Zug I, Zug II, Immenbeck, Hedendorf

Unter der Kategorie "öfter mal was Neues" könnte man den Einsatz von Freitagabend einstufen, der die Einsatzkräfte bis in den frühen Morgen des nächsten Tages beschäftigte.
Doch der Reihe nach - was war passiert?
Durch den für Norddeutschland ungewöhnlich ergiebigen Schneefall der vergangenen Tage in Verbindung mit Schneeverwehungen durch einen Sturmtag kam es am Freitag zu einer maximalen Belastung zweier identisch gebauter Baumärkte in Buxtehude und Stade.
Aufgrund der akuten Lage wurde in Buxtehude um 18:52 Uhr zunächst der Zug I der Ortsfeuerwehr Buxtehude angefordert. Vor Ort wurden Messungen auf dem Gebäudedach vorgenommen. Als Fachberater wurde dafür umgehend ein Statiker angefordert und mit der Lagebeurteilung beauftragt.  Bis zu 45 cm Schnee lagen in einigen Bereichen des 9500 m² großen Daches. Wenig später war klar - das Dach muss schnellstmöglich geräumt werden.
Zusätzlich wurden das THW Buxtehude mit weiteren Fachberatern und die Drehleiter Neu Wulmstorf angefordert. Ebenso rücke die THW Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung an, mit Lichtmastanhänger und einem beheizbaren Zelt für die Einsatzkräfte. 
Als dritter Sicherungspunkt kam das 53m Teleskopmastfahrzeug der Airbus Werkfeuerwehr Hamburg Finkenwerder zum Einsatz.
Wenig später erhielten beide Züge der Ortsfeuerwehr Buxtehude einen Vollalarm. Sämtliche Fahrzeuge der Ortsfeuerwehr rückten zur Einsatzstelle aus. Die beiden Einsatzleitwagen bildeten die funktechnische Einsatzleitung. Hierfür wurde aufgrund der Einsatzstellengröße und der erforderlichen Einsatzfahrzeuge eine Sonderrufgruppe im Tetra-Funk geschaltet.
Durch private Kontakte konnten zwei Frontlader und ein Radlader eines Landwirtes herbeigeschafft werden, mit denen zunächst der Parkplatz für die Feuerwehr vom Schnee befreit wurde. Später sollten die Fahrzeuge die hunderte Kubikmeter Schnee beiseite schaffen.
Wenig später trafen auch der Kreisbrandmeister und ein Fachberater aus der Gruppe für Absturzsicherung der Feuerwehr Stade ein. Es folgte eine Lagebesprechung, wie der Schnee am sichersten zu entfernen wäre. Derweil wurde im Baumarkt fleißig gewerkelt: Schubkarren wurden zusammenmontiert und "übergroße Schneeschieber" aus Spanplatten und Dachlatten verschraubt. 
Wenig später begaben sich die Einsatzkräfte auf das Gebäudedach. Schnee wurde bereichsweise in Schubkarren geladen und zur Dachkante geschoben, wo gesicherte Feuerwehrkräfte den Schnee nach unten kippten. Dort warteten die Traktoren, um den Schnee schnellstmöglich aus dem direkten Einsatzstellenbereich zu transportieren. 
So wurde nun über mehrere Stunden geschaufelt. Weitere Schneeschieber wurden von einem Baumarkt aus Grünendeich herbeigeschafft. Auch ein nahegelegener Metallbaubetrieb stellte Material zur Verfügung. Von einer großen Baufirma konnte vom Standort in Hamburg Francop weiteres Sicherungsgeschirr ausgeliehen werden.
Gegen 22 Uhr traf die Buxtehuder Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt an der Einsatzstelle ein, um sich persönlich ein Bild von den Arbeiten zu machen. Sie brachte die Baupläne des Gebäudes mit, welche aus dem Buxtehuder Stadtarchiv organisiert worden waren. Umgehend wurden weitere Überprüfungen anhand der Unterlagen durchgeführt.
Da die Einsatzdauer nur schwer abzuschätzen war, wurden um 22:16 Uhr die Ortsfeuerwehren Hedendorf und Immenbeck in den Einsatz mit eingebunden. Das Hilfeleistungslöschfahrzeug vom Zug II übernahm die Einsatzbereitschaft für mögliche weitere Einsätze.
Gegen 24 Uhr musste das Airbus TMF aus dem Einsatz herausgelöst werden, da es im werksinternen Wachschutz benötigt wurde. Als Ersatz konnte die zweite Drehleiter der Berufsfeuerwehr Hamburg-Veddel und der B-Dienst der Wache Harburg angefordert werden. Hamburg hatte aufgrund der anzunehmenden Lage vorsorglich zusätzliche Reservedrehleitern in Dienst genommen. Die Hamburger Kräfte wurden nach Eintreffen vor Ort eingewiesen und übernahmen die Absicherung der auf dem Dach arbeitenden Feuerwehrkräfte.
In der Nacht kamen dann noch die Ortsfeuerwehren Hove und Moorende aus der Gemeinde Jork hinzu, um die teils erschöpften Kräfte zu ergänzen.
Apropos erschöpft: Aufgrund der Lage und unübersichtlichen Einsatzdauer wurde frühzeitig auch die Verpflegungsgruppe der DRK Bereitschaft Buxtehude in Alarm versetzt. Direkt in der eigenen Unterkunft in der Philipp-Reis-Straße wurden warme Getränke, Brühe, Suppen und Snacks bereitgestellt. Zum Erreichen der Unterkunft wurde ein Shuttleverkehr mit zwei Mannschaftstransportfahrzeugen eingerichtet.
Erst nach 10 mühsamen Einsatzstunden war die Gefahr gebannt und ausreichend Schnee vom Dach geschafft worden. Die Einsatzstelle konnte zurückgebaut werden.


Erstellt von gpe am 20.01.2026
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