Einsätze 2025

 

In den folgenden Einträgen finden Sie die Berichte zu den Einsätzen der Buxtehuder Ortsfeuerwehren. Weitere topaktuelle Infos finden Sie auch auf unserer Facebookseite ->

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Die älteren Berichte finden Sie unter den jeweiligen Jahreszahlen in der Menüleiste.

 

Datum / Uhrzeit Meldung Eingesetzte Ortsfeuerwehren der Hansestadt Buxtehude

12.12.2025 18:04

Zug I

Großfeuer in der Jorker Ortsmitte

Zug I

Zu einem Dachstuhlbrand in einem historischen Gebäude im Jorker Ortskern kam es am frühen Freitagabend. Fast alle Jorker Ortsfeuerwehren wurden zeitgleich alarmiert, wenig später dann zuerst die Drehleiter aus Buxtehude und kurz danach auch das Hubrettungsfahrzeug vom Zug I aus Stade.
Beim Eintreffen der Buxtehuder Drehleiter war zunächst eine starke Rauchentwicklung aus dem Dach des betroffenen Gebäudes zwischen "Am Fleet" und Westerminnerweg wahrzunehmen. Kurz darauf schlugen Flammen aus einem Dachfenster. 
Die Buxtehuder Drehleiter wurde auf einem schmalen Weg an der Grundschulseite in Stellung gebracht, um die Gebäuderückseite abdecken zu können. Die Stader Leiter ging "Am Fleet" in Stellung. Gemeinsam wurde die Brandbekämpfung von oben eingeleitet. Dafür wurde von der Buxtehuder Drehleiter zunächst ein C-Rohr eingesetzt und in der Dachfläche eine Ventilationsöffnung geschaffen. Weitere Dachpfannen wurden entfernt, um die Brandnester zu finden und gezielt ablöschen zu können. Insgesamt sechs Atemschutzgeräteträger wurden von der Drehleiter aus eingesetzt, zunächst als Zweier-Trupp, später einzeln.
Neben der Drehleiter waren vom Buxtehuder Zug I auch Löschfahrzeug, Tanklöschfahrzeug und Gerätewagen-Logistik vor Ort, welcher zum Einsatzende das verschmutzte Material aufnahm.
Gegen 22:30 Uhr konnte der Einsatz vor Ort für die Buxtehuder Kräfte beendet werden, es folgte eine einstündige Aufräumaktion, welche vom nächsten Einsatz beendet wurde.

 

Weitere Details aus dem Bericht des Buxtehuder Tageblatts:

 

150 Feuerwehrleute retten Altländer Kulturerbe: Chronik der Jorker Feuernacht

Es hätte noch viel schlimmer kommen können: 150 Feuerwehrleute haben den historischen Jorker Ortskern vor der Zerstörung bewahrt. Protokoll einer dramatischen Nacht.

Jorks Bürgermeister Matthias Riel und Gemeindebrandmeister Jens Lohmann blicken am Morgen danach auf die Brandstelle. „Die Feuerwehr hat Großartiges geleistet“, sagt Riel. Die 150 Einsatzkräfte aus Jork, Borstel, Ladekop, Hove, Estebrügge, Stade und Buxtehude haben den historischen Ortskern am Fleet und ein bedeutendes, ortsbildprägendes Baudenkmal durch ihren „beherzten Einsatz gerettet“, sagt Riel.

Neue Eigentümer wollen Fachwerk-Ensemble sanieren

Die Jorker hoffen, dass der markante Winkelbau aus zwei Fachwerkhäusern wie geplant saniert werden kann. Das Wohnhaus mit Scheune stammt im Kern aus dem 16. Jahrhundert und ist eines der ältesten Gebäude in Jork. Doch es hat für viele Altländer nicht nur kulturhistorischen, sondern auch emotionalen Wert. Das Nebengebäude, die frühere Scheune mit dem Apfellager, beherbergte lange Zeit die Kult-Eisdiele Pflug.

Das sanierungsbedürftige Wohn- und Geschäftshaus stand Anfang 2025 für 249.000 Euro zum Verkauf. Seit zwei Wochen hatte es neue Eigentümer. Diese wollten noch vor Weihnachten erste Gespräche mit dem Denkmalschutz führen und unter anderem vom Programm Dorfregion Jorks Dörfer profitieren. Das Ziel: Denkmäler erhalten - für Wohnen und Gewerbe.

„Wir sind alle sehr betroffen“, sagt Riel. Er hoffe, dass die Eigentümer ihre Pläne trotz des Brandschadens umsetzen können. „Wir drücken ihnen alle die Daumen.“
150 Feuerwehrleuten retten bedeutendes Altländer Kulturerbe

Rückblick: Am Freitag gegen 18 Uhr wählen erste Anwohner die 112. Rauch steigt zwischen dem Kirchturm von St. Matthias und der Grundschule am Westerminnerweg auf.

Die Meldungen überschlagen sich. Ein älteres Haus soll in Brand stehen, aber auch von der Grundschule ist die Rede. In Stade löst die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle einen Vollalarm aus. Um 18.04 Uhr gehen die Melder. Wenige Minuten später rücken fünf der sechs Ortsfeuerwehren der Gemeinde Jork aus.
Flammen schlagen aus dem Dach

Bei ihrem Eintreffen schlagen Flammen an der Rückseite aus dem Dach der Ex-Scheune des Denkmals. Lediglich ein Notweg führt - an der Grundschule vorbei - zum Einsatzort. Durch die enge Bauweise im historischen Ortskern entwickelt sich ein komplexer Feuerwehreinsatz unter Führung von Ortsbrandmeister Malte Hunold.

„Wir löschen aus Rohren“, berichtet Feuerwehr-Sprecher Tim Ladwig. Einige 100 Meter Schläuche werden verlegt. Unter Atemschutz dringen Löschtrupps in den Bau vor. Außerdem eilen die Stader und Buxtehuder mit ihren Drehleitern zur Hilfe. Sie decken die Dächer mit Wasser ein.

Die Stader positionieren sich am Fleet, die Buxtehuder am Notweg. Es gelingt den rund 150 Einsatzkräften, das Feuer durch den Zangenangriff auf den Bereich der ehemaligen Scheune zu begrenzen. Die Flammen werden durch einen Riegel aus Wasser am Ausbreiten gestoppt.

Die Versorger schalten Gas und Strom ab - begrenzt auf die Brandstelle. So kann Bäcker Christian Pagel zwei Häuser weiter in der Nacht mit dem Backen beginnen. Er und andere Jorker beobachten den Einsatz - voller Sorge um ihre Nachbarn und die letzten alten Häuser am Fleet. Weil keine Gefahr mehr besteht, ist eine Evakuierung des Ortskerns kein Thema mehr.
Feuerwehr-Drohne im Einsatz

Am Himmel zieht eine Feuerwehr-Drohne ihre Bahnen. Die Drohnengruppe aus Estebrügge wertet die Bilder der Wärmebildkamera aus. Sie helfen, das Feuer in den Griff zu bekommen.

Währenddessen rücken die Kräfte vor. Immer wieder entdecken die Feuerwehrleute weitere Glutnester. Die historischen Zwischendecken der Scheune müssen geöffnet werden. Sie sind mit Torf gedämmt. Mit Schneeschiebern durch die Dachluke wird der abgelöschte Torf später nach draußen geschoben.

Bedeckt vom Torf: Die Feuerwehr musste die Zwischendecken aufbrechen, um das Feuer zu bekämpfen. Foto: Vasel
DRK versorgt Einsatzkräfte

Die DRK-Kreisbereitschaft rückt an, um die Einsatzkräfte mit Essen und Getränken auf dem Festplatz zu versorgen. Notfallsanitäter sind mit ihrem Rettungswagen vor Ort. „Es gab keine Verletzten“, so Ladwig erleichtert.

Gegen 22.50 Uhr heißt es: Feuer aus. Gemeindebrandmeister Jens Lohmann zieht sein Fazit: „Wir haben das Gebäude halten und ein Ausbreiten verhindern können.“

Die Tatortgruppe der Polizei verschafft sich in der Nacht ein erstes Bild. Die Vermutung: Das Feuer ist „aus bislang ungeklärter Ursache“ in einem Badezimmer im Obergeschoss des in Sanierung befindlichen Gebäudes ausgebrochen. Brandermittler sollen das in den nächsten Tagen klären. Feuerwehr und Polizei beziffern den Schaden auf 300.000 Euro.

Aufräumarbeiten dauern bis in die Nacht

Kurz vor Mitternacht werden die Vollsperrungen im Bereich Am Fleet/Westerminnerweg aufgehoben. Die Aufräumarbeiten dauern bis ein Uhr morgens an. Eine Brandwache verbleibt vor Ort. Nach Tagesanbruch werden letzte Schläuche eingerollt und getauscht. Die Ortsfeuerwehr Moorende unterstützt die Kleiderkammer beim Austausch der kontaminierten Einsatzkleidung. Sie sichern die Einsatzfähigkeit.

Keimzelle von Jork vor Flammen bewahrt

Die Feuerwehr hat das bedeutende Kulturerbe bewahrt. Es handelt sich um eine alte Hofstelle, zu der auch ein Gasthaus mit Brauerei und Brennerei gehörte. Die Grönlandfahrer als Walfänger stachen seinerzeit nicht ohne den Altländer Branntwein in See.

Das Hauptgebäude geht im Kern auf das 16. Jahrhundert zurück. Es sei ein „beispielhaftes Zeugnis für den Bautyp eines Altländer Wohn- und Gasthauses des 16./17. Jahrhunderts“, so Dr. Kai Janofsky vom Altländer Archiv und Museum. Der Erhalt ist im öffentlichen Interesse, so Riel.

Das Areal an der St.-Matthias-Kirche und am Fleet war die Keimzelle des Orts. Die ersten Handwerker, Händler, Schiffer, Wirtsleute und Bauern ließen sich bereits ab dem Mittelalter an Fleet und Kirchhof nieder.


Erstellt von gpe am 12.12.2025
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